Korpatsch rettet deutsche Damen

28.05.2024 - 19:34
Tamara Korpatsch

Tamara Korpatsch hat als einzige deutsche Spielerin die zweite Runde beim Grand Slam-Turnier von Paris erreicht. Die 29-jährige bezwang zum Auftakt die US-Amerikanerin Ashlyn Krueger in einem Marathonkrimi mit 4:6, 6:4 und 7:6(9) und verhinderte somit, dass nicht bereits alle deutschen Spielerinnen in der EInzelkonkurrenz nach ihrem Auftaktmatch die Koffer packen können. Weniger erfolgreich hingegen gestaltete sich die Partie von Angelique Kerber. Sie unterlag parallel der Niederländerin Arantxa Rus mit 4:6 und 3:6.

An einem von langen Regenpausen dominierten Tag dauerte es bis nach 16 Uhr, ehe Tamara Korpatsch ihre Partie gegen die US-Amerikanerin Ashlyn Krueger aufnehmen konnte. Parallel zu ihr startete auch die Begegnung von Angelique Kerber gegen die Niederländerin Arantxa Rus. Aufgrund der vielen Verzögerungen wurde diese Partie auf Court 2 verlegt, der eigentlich nur an den ersten drei Qualifikationstagen für Matches genutzt wird und danach lediglich für Trainingseinheiten zur Verfügung steht.

Bei beiden Matches mit deutscher Beteiligung sah es schon früh danach aus, als sollten auch die letzten beiden Hoffnungsträgerinnen ihre Koffer nach der ersten Runde packen können. Kerber kassierte zunächst ein frühes Break, das sie im Laufe des Satzes zwar wieder ausgleichen konnte, am Ende verlor sie den Satz dennoch mit 4:6. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der Partie von Korpatsch. Auch sie glich nach Break zum 4:4 aus und auch sie musste den Satz mit 4:6 abgeben.

Im zweiten Satz in der Partie von Angelique Kerber zeigte sich die Kielerin weiter kämpferisch, doch die Oberhand sollte weiterhin ihre Gegnerin behalten. Zweimal gelang es ihr, den Aufschlag der Deutschen zu durchbrechen, diese konnte jedoch nur einmal zurückschlagen. Beim Stande von 5:3 für Rus konnte sich Kerber noch einmal einen Breakball erspielen, diesen jedoch nicht nutzen. Im Gegenzug sorgte der dritte Matchball der Niederländerin für das fünfte Aus einer deutschen Spielerin in der ersten Runde von Roland Garros.

Somit lag es nun an Tamara Korpatsch, diese Negativserie der deutschen Tennisdamen zu beenden. Und tatsächlich sah es lange danach aus, als sollte zumindest eine Deutsche Chancen dazu haben, die zweite Runde zu erreichen. Im von vielen Fehlern ihrer Gegnerin behafteten zweiten Satz zeigte sich die Hamburgerin kämpferisch und sorgte trotz eines frühen Rückstands mit Break für den hochverdienten Satzausgleich. Krueger hingegen wirkte phasenweise genervt vom Spiel der deutschen Nummer zwei.

So musste der dritte Satz in dieser Partie die Entscheidung bringen und dieser gestaltete sich zu Beginn weitaus ausgeglichener als noch der zweite Durchgang. Dennoch war es diesmal die 29-jährige, die als erste der Gegnerin den Aufschlag abnehmen konnte. Nachdem sie dieses Break zudem noch bestätigen konnte, sah sich Korpatsch mit einer vermeintlich komfortablen 4:1-Führung ausgestattet.

Die Freude darüber hielt jedoch nicht lange. Doch nachdem wenig später Krueger aus einem 1:4 ein 4:4 machte und sich sogar einen Breakball zum 5:4 erspielte, blieb Korpatsch nervenstark und holte sich selbst die Führung zurück. Somit servierte die US-Amerikanerin gegen den Matchverlust, was ein deutlich schwierigeres Unterfangen wurde als es sie sich vorgestellt haben mag. Beim Stande von Vorteil Korpatsch hatte diese einen Matchball, den die Aufschlägerin aus deutscher Sicht leider abwehren konnte und in der Folge den 5:5-Ausgleich realisierte.

Nachdem Korpatsch auch das folgende Aufschlagsspiel abgeben musste, sah vieles nun nach einem Erfolg für Krueger aus. Beim Versuch jedoch, das Match auszuservieren, sah sie sich anstelle eines Matchballs insgesamt fünf Breakbällen gegenüber und der letzte sorgte dann für das 6:6, was eine Entscheidung im Matchtiebreak nach sich zog.

Hier erwischte Korpatsch den klar besseren Start und sicherte sich zunächst eine 4:1-Führung. Danach allerdings ging zunächst nichts mehr. Aus einer 4:1-Führung wurde ein 4:7-Rückstand und langsam aber sicher sprach alles für einen Erfolg der US-Amerikanerin. Korpatsch aber dachte nicht daran, aufzugeben. Beim Stande von 5:8 holte sie sich beide Punkte bei Aufschlag ihrer Gegnerin und auch Kruegers Matchball bei 9:8 und eigenem Aufschlag fand nicht den gewünschten Erfolg.

Stattdessen gab die US-Amerkanerin erneut beide Punkte bei eigenem Aufschlag ab und gab dadurch ihrer Gegnerin die Chance, mit eigenem Service das Match auszuservieren. Diese ließ sich diese Chance nun auch nicht mehr entgehen und feierte dank des 4:6, 6:4 und 7:6(9)-Erfolges ihren allerersten Sieg im Hauptfeld von Roland Garros.

In der zweiten Runde wartet nun die Chinesin Qinwen Zheng auf die Hamburgerin, die sich ihre Reise nach Paris mit ca. 100.000 Euro versüßen konnte und somit gelassen ihrer nächsten Partie entgegenblicken kann.