Siegemund und Roger-Vasselin erwachen spät

04.06.2024 - 20:37
Laura Siegemund

Laura Siegemund und ihr Partner Edouard Roger-Vasselin stehen im Viertelfinale der Mixed-Konkurrenz beim Turnier von Roland Garros. In einer äußerst spannenden Begegnung setzte sich das deutsch-französische Duo nach einer Spielzeit von etwas mehr als eineinhalb Stunden am Ende etwas glücklich mit 3:6, 7:5 und 10-6 gegen Nathanael Lammons und Ena Shibahara durch. Dabei sah es lange danach aus, als sollte dies der letzte Auftritt von Siegemund in diesem Jahr in Paris sein.

Der Beginn der Partie wirkte recht zerfahren. Nach einem frühen vergebenen Breakball für Siegemund und Roger-Vasselin häuften sich auf deren Seite die Fehler, während Lammons und Shibahara ihr Spiel konsequent durchziehen und verdient auf 4:1 davonziehen konnten. Insbesondere die starken Aufschläge der Japanerin bereiteten den beiden ein ums andere Mal Schwierigkeiten. Folgerichtig ging auch der erste Satz verdient an Shibahara und ihren US-amerikanischen Partner.

Auch mit dem Start des zweiten Satzes zeigte sich kein anderes Bild. Weder Siegemund noch Roger-Vasselin konnten an ihre gezeigten Leistungen aus der ersten Runde anknüpfen, als beide ihre Gegner Nicolas Mahut und Alizé Cornet nach Belieben dominierten. Im Gegenteil. Nach einem Break zum 2:1 für Shibahara und Lammons begann einen langsam das Gefühl zu beschleichen, als wäre die Niederlage des an Nummer zwei gesetzten Duos nur noch eine Frage der Zeit. Schließlich gelang es ihnen bislang nicht einmal, den Aufschlag ihrer Gegner zu durchbrechen.

Doch ausgerechnet in dieser Phase schienen sich beide ihrer eigentlichen Stärken zu besinnen. Der Ausgleich mit dem Break zum 2:2 war der verdiente Lohn und auch im weiteren Verlauf der Satzes blieben Siegemund und Roger-Vasselin stabil bei ihren Aufschlagsspielen und erspielten sich beim Stande von 5:4 sogar zwei Satzbälle. Jedoch konnte keiner der beiden verwandelt werden und so wurde der Satzausgleich zunächst vertagt. Doch die deutsch-französische Paarung, die nun immer besser auf dem Platz agierte, ließ sich eine weitere Chance bei 6:5 nicht nehmen und sorgte so dafür, dass ein Matchtiebreak die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen musste.

Hier präsentierten sich beide Duos bei ihren Aufschlägen stabil. Bis zum 5:4 für Siegemund und Roger-Vasselin hatte jeweils der Aufschläger auch den Punkt verbucht. Dann aber sorgten die Favoriten, die in diesem entscheidenden Tiebreak endlich ihre Klasse aufblitzen ließen, mit zwei Punkten gegen den Aufschlag von Shibahara für die Vorentscheidung. Siegemund war nach verhaltenem Beginn endlich in ihrem Element und begleitete ihre Punkte lautstark, wie man es von ihr auch aus früheren Doppel- und Mixedauftritten gewohnt war. So kam es auch, dass Shibahara und Lammons zwar noch auf 5:7 bzw. 6:8 verkürzen konnten, den etwas glücklichen Sieg des deutsch-französischen Duos konnten sie jedoch nicht mehr verhindern.

Am Mittwoch wartet eine weitere schwierige Aufgabe auf Siegemund und Roger-Vasselin. Im Viertelfinale geht es gegen die an Nummer sechs gesetzten Neuseeländer Erin Routliffe und Michael Venus und damit gegen zwei weitere ausgewiesene Doppelspezialisten, die zudem Ambitionen haben dürften, bei den Olympischen Spielen im Mixed gemeinsam anzutreten.