Auftaktsiege für Dal und Guth in Joue-les-Tours
Selina Dal und Mara Guth haben beim W35-Turnier im französischen Joue-les-Tours für einen erfolgreichen Auftakt der deutschen Damen im Hauptfeld gesorgt. Qualifikantin Dal besiegte die ebenfalls aus der Qualifikation kommende Lokalmatadorin Aravane Rezai mit 6:3 und 6:4, Guth kämpfte sich in einem über drei Stunden andauernden Drama über drei Sätze dank zweier gewonnener Tie-Breaks am Ende gegen die topgesetzte Französin Carole Monnet mit 7:6(7), 4:6 und 7:6(5) durch.
Dabei legte die 21-jährige einen echten Blitzstart hin und sicherte sich dank zweier Breaks eine schnelle 3:0-Führung gegen ihre klar favorisierte Gegnerin. Diese fand jedoch mit fortlaufender Spieldauer immer besser in die Partie und sorgte für den zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich. Nachdem es Guth beim Stande von 5:4 nicht gelang, zum Satzgewinn auszuservieren, musste der Tie-Break am Ende die Entscheidung bringen.
Hier war es ebenfalls die Deutsche, die den besseren Start erwischte und sich eine 4:0-Führung erarbeitete. Monnet jedoch kämpfte sich zurück, wehrte beim Stande von 4:6 zwei Satzbälle ihrer Gegnerin ab und erspielte sich selbst einen eigenen Satzball beim Stande von 7:6. Doch auch ihr gelang es nicht, diesen zu verwerten, stattdessen sorgte Guth mit drei Punktgewinnen in Folgen für die Entscheidung in Satz eins und gewann den Tie-Break mit 9:7.
Im zweiten Durchgang war es dann die Französin, die ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden schien. Zwar gelang es ihrer Gegnerin, von einem zwischenzeitlichen 5:1 noch auf 5:4 zu verkürzen, den Satzausgleich jedoch konnte sie nicht mehr verhindern. So ging es in dieser unter dem Strich ausgeglichenen Partie in einen entscheidenden dritten Durchgang.
Nach einem zunächst ausgeglichenen Beginn war es Monnet, der das erste Break in Satz drei gelang, womit sie in diesem Durchgang erstmals mit 3:2 in Führung ging. Trotz des darauffolgenden 2:4-Rückstands jedoch gab sich Guth nicht auf und kämpfte weiter um den Sieg in dieser mit Spannung geladenen Partie. Tatsächlich erkämpfte sie sich den 4:4-Ausgleich, nach einem in der Folge verlorenen Aufschlagsspiel ging die Französin jedoch erneut mit 5:4 in Führung und konnte somit zum Matchgewinn servieren.
Dieses Unterfangen schien zunächst auch von Erfolg gekrönt zu sein. Nach einem schnellen 30:0 war Monnet lediglich noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt, ehe Guth den Spieß nun umdrehte. Acht Punktgewinne aus den folgenden neun Ballwechseln sorgten dafür, dass aus einem 4:5 und 0:30 ein 6:5 wurde. Monnet musste also ihr Aufschlagsspiel gewinnen, um im Match zu bleiben. Dies gelang ihr nach zwischenzeitlichem 30:30 auch, so dass der Tie-Break über die Siegerin dieses Matches entscheiden musste.
Hier erlebten beide Spielerinnen eine wahre Achterbahnfahrt. Zunächst führte die Französin mit 2:1, drei Punkte später war es ihre Gegnerin, die mit einer 4:2-Führung im Rücken die Seiten wechselte. Von Vorentscheidung jedoch keine Spur, aus dem 2:4 aus Sicht von Monnet wurde ein 5:4, zudem bei eigenem Aufschlag. Doch der vermeintliche Vorteil entpuppte sich als ein weiteres Indiz, dass man sich in dieser Partie niemals sicher sein konnte, was den Spielausgang anbetrifft. Beide Punkte bei Aufschlag Monnet gingen an ihre 21-jährige Kontrahentin, die sich nun beim Stande von 6:5 nicht zweimal bitten ließ und nach einer Spielzeit von 3:07 Stunden die Nummer eins der Setzliste in der ersten Runde aus dem Turnier warf.
Am Mittwoch stehen bereits die ersten Achtelfinals in Joue-les-Tours auf dem Programm. Selina Dal trifft hierbei auf die an Nummer drei gesetzte Schweizerin Leonie Küng. Die Gegnerin von Mara Guth in der nächsten Runde steht ebenfalls schon fest. Sie trifft mit Jenny Lim auf eine weitere Französin. Diese hatte sich in einem rein französischen Duell gegen Lucie Nguyen Tan durchsetzen können, die einigen Tennisfans noch als Finalgegnerin von Mina Hodzic bei deren Sensationslauf in Biarritz 2022 ein Begriff sein dürfte.