Porsche Tennis Grand Prix 2025 ohne Raducanu
Die Überraschung des Tages wurde am heutigen Mittwoch unerwartet aus Rouen vermeldet. Das parallel zum Porsche Tennis Grand Prix ausgetragene WTA 250-Turnier hat seine Meldeliste veröffentlicht und damit unbewusst das bestätigt, was viele Fans schon seit Monaten erahnten. Emma Raducanu, nach ihrem Sieg bei den US Open 2021 von Porsche großflächig als Markenbotschafterin verpflichtet, geht in diesem Jahr in Rouen an den Start. Damit ist klar, dass Porsche beim hauseigenen Turnier keinen Wert auf einen Start der Britin legt und somit wohl auch die Partnerschaft der beiden Parteien beendet sein dürfte.
Was in den letzten Tagen zudem den Verdacht der Trennung erhärtete, war die Tatsache, dass Raducanu sich nicht unter den Spielerinnen befand, deren Teilnahme vom Veranstalter frühzeitig bekanntgegeben wurde im Gegensatz zu beispielsweise Eva Lys (Bild), die eine der beiden "regulären" Wildcards erhält und in Stuttgart dabei sein wird. Als ehemalige Grand Slam-Siegerin stünde Raducanu hingegen eine sogenannte Top 20-Wildcard zu, womit sie keiner deutschen Spielerin einen Platz streitig machen würde.
Diese Regelung wurde im übrigen als Reaktion auf die Situation beim Porsche Tennis Grand Prix 2017 eingeführt. Damals bestand Porsche darauf, dass ihre damalige Markenbotschafterin Maria Sharapova trotz noch nicht abgelaufener Dopingsperre bei Turnierbeginn (24.4.) am Porsche Tennis Grand Prix teilnimmt. Da Sharapova nur bis zum Turnierdienstag (25.4.) gesperrt war, einigten sich die WTA und Porsche darauf, dass sie ihre Erstrundenpartie am Mittwoch (26.4.) bestreiten und somit auch am Turnier teilnehmen könnte. Dies hatte jedoch zur Folge, dass eine Wildcard, die eigentlich für eine deutsche Spielerin vorgesehen war, an Sharapova ging. Leidtragende hierbei war Julia Görges, der diese eigentlich zugestanden hätte. Um diese Wildcard-Kollision zukünftig zu verhindern, wurde die Top 20-WC-Regel, die ursprünglich nur für Turniere der Kategorie 250 galt, auch auf die Kategorie 500 ausgeweitet (damalige Kategorien International und Premier). Diese Regel besagte, dass Spielerinnen, die am vergangenen Saisonende unter den besten 20 standen, sowie Siegerinnen von Grand Slam- oder WTA 1000-Turnieren Anspruch auf eine sogenannte Top 20-Wildcard besitzen. Durch diese Regeländerung würden diese Spielerinnen zukünftig keine der zwei regulären Wildcards beanspruchen.
Aus deutscher Sicht gab es in Rouen hingegen keine Überraschung. Da die dortige Meldeliste bei Platz 74 endet, findet sich keine deutsche Spielerin darauf, wobei es theoretisch immer noch möglich wäre, dass die eine oder andere Deutsche dennoch gemeldet hat und eventuell noch nachrückt.
Über die weiteren Wildcards hüllt man sich in Stuttgart zudem weiterhin in Schweigen. In der Regel gingen beide Hauptfeld-Wildcards an Spielerinnen des deutschen BJK Cup-Teams. Da diese in diesem Jahr jedoch theoretisch an der Qualifikation teilnehmen könnten, wären auch andere Namen möglich. Jedoch drängt sich momentan keine andere Deutsche auf, so dass die zweite Wildcardempfängerin wohl entweder Maria, Siegemund oder Niemeier lautet. Für Siegemund spricht, dass auch ihre Doppelpartnerin Beatriz Haddad Maia am Turnier teilnimmt und sie somit in dieser Woche ohnehin vor Ort sein wird, auch wenn dies nicht unbedingt etwas zu bedeuten hat. Es bleibt also abzuwarten, bis diese bekanntgegeben wird, selbiges gilt auch für die beiden Wildcards für die Qualifikation.
Turnier: Stuttgart 2025