Die allgemeine Entwicklung des deutschen Frauentennis

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Irgendwie typisch, die einen sehen es viel zu pessismistisch, bei anderen ist es genau das Gegenteil.

Ich bleibe da lieber in der Mitte. Wir haben schon ein paar Junge, die im nächsten Jahr gute Top 100 Chancen haben, da zähle ich auch Noma dazu, der hier offenbar wenig zugetraut wird. Klar, es kann auch bei manchen noch 2-3 Jahre dauern, die Luft oben ist nun mal dünner. Wenn Ella sich so weiterentwickelt schafft sie es im nächsten Jahr dorthin.

Allerdings sieht es im hinteren WRL-Bereich nicht so toll aus. Da traue ich nur Kuhl, Vogt und (wieder) Schunk einen größeren Sprung nach vorne zu, vielleicht noch eine Überraschung, die heute keiner auf dem Zettel hat. Bei Jule muss man sehen, ob sie ihre Einstellung wieder in den Griff bekommt. Der Rest wird weiter vor sich hindümpeln.

Bei den Älteren wird man sehen, festlegen will ich mich hier nicht, grössere Sprünge dürfte es aber kaum geben. Mal sehen, was Angie noch reißen kann, ansonsten gibt es wenig Spannendes. Die Aussichten sind nicht rosig, aber auch nicht so schlecht, wie es manche hier meinen.

Nach den AO kann sich eigentlich nur weitere Ernüchterung breitmachen - von Ella Seidel `mal abgesehen war das eine ziemliche Enttäuschung!

Glaubt wirklich jemand im Ernst daran, daß Angie Kerber bei der heutigen Konkurrenz nochmal in die Top 50 zurückkehrt? Sie und Tatjana Maria sind 36, Laura wird es demnächst sein (und die wird sich sicher noch stärker aufs Doppel konzentrieren), und selbst Tamara Korpatsch bereits bald 29 - dahinter ist ziemliche Ebbe: Eva Lys ist (leider!) zu inkonstant, Ella hat noch einen weiten Weg vor sich, und bei Carolina Kuhl muß man auch erstmal abwarten, ob sich die hier des Öfteren geäußerten (sehr optimistischen) Erwartungen in den nächsten zwei Jahren bestätigen...

Es ist zwar nix Neues, aber ich befürchte, daß wir noch Jahre warten müssen, bis `mal wieder ein, zwei Damen in der vorderen Weltspitze mithalten können; bis dahin kann man nur hoffen, daß wir uns zumindest hier und da `mal über einen Turniersieg oder zumindest gute Leistungen auf WTA-Niveau freuen dürfen...

 

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Aber der Schüttler hat gesagt: Deutschland hat spätestens 2025 zwei Spielerinnen in den Top 20.

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Ich glaube an Angie! Biggrin Sie ist allerdings ähnlich wie Maria und Siegemund definitiv nicht die Zukunft des deutschen Damentennis...

 

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Kuhl wird es m.E. NIEMALS in die Top 100 schaffen, bei Noma muss man es mittlerweile dann auch bezweifeln, aber warten wir mal das erste Halbjahr hat, ob es da doch noch eine Wende gibt.

Eine künftige DTB-Top-20-Spielerin sehe ich aktuell weit und breit nicht. Dass Seidel und Lys es irgendwann mal in die Top 100 schaffen, halte ich aber für denkbar. Bei Ella in ein paar Jahren sogar mal die Top 50.

Ansonsten, wie schon mal gesagt: Schaffen es neben den drei eh schon in den Top 100 platzierten Spielerinnen noch zwei andere in die Top 100 im Laufe der nächsten gut 11 Monate, wäre ich schon positiv überrascht. Am ehesten ist dies wohl noch Kerber (wenn sie denn wirklich noch Lust auf monatelange Knochenmühle hat) und Seidel zuzutrauen. Angie sollte sich vielleicht erstmal ein paar 125er geben, aber darauf wird sie wohl keinen Bock mehr haben.

Ob Sturm oder Schnee - Super-Angie olé

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Franky schrieb:

Kuhl wird es m.E. NIEMALS in die Top 100 schaffen, bei Noma muss man es mittlerweile dann auch bezweifeln, aber warten wir mal das erste Halbjahr hat, ob es da doch noch eine Wende gibt.

Eine künftige DTB-Top-20-Spielerin sehe ich aktuell weit und breit nicht. Dass Seidel und Lys es irgendwann mal in die Top 100 schaffen, halte ich aber für denkbar. Bei Ella in ein paar Jahren sogar mal die Top 50.

Ansonsten, wie schon mal gesagt: Schaffen es neben den drei eh schon in den Top 100 platzierten Spielerinnen noch zwei andere in die Top 100 im Laufe der nächsten gut 11 Monate, wäre ich schon positiv überrascht. Am ehesten ist dies wohl noch Kerber (wenn sie denn wirklich noch Lust auf monatelange Knochenmühle hat) und Seidel zuzutrauen. Angie sollte sich vielleicht erstmal ein paar 125er geben, aber darauf wird sie wohl keinen Bock mehr haben.

Habe ich bei Korpatsch damals auch gedacht, dass das nie was mit den Top 100 wird. Und die stand im selben Alter noch ein Stück weiter hinten als Kuhl in der Weltrangliste. Klar, es wird schwer, aber unmöglich ist es nicht. Viele Spielerinnen erreichen mittlerweile erst mit Mitte oder Ende Zwanzig ihren Zenith.

Bei Angie wird niemals die Einstellung ein Problem sein, nur fürchte ich, dass es körperlich einfach nicht mehr ganz reicht, davon lebt ihr Spiel einfach.

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Guten Morgen allerseits, das wird mein erster Beitrag auf der Webseite sein. Nach längeren Durchstöbern hier bin ich auf dieses Gesprächsthema gestoßen und hätte nun eine Frage : Welche Maßstäbe werden gesetzt, um eine zukünftige Entwicklung von Spielern zu bewerten? Es scheint ja oft so gewesen zu sein, dass man neue junge deutsche Hoffnungsträger hatte, die dann doch enttäuschten...

Ich frage in diesem Forum, da dies der einzige Ort ist, an dem ich überhaupt Kritik am Vorgehen von Barbara Rittner und Co gelesen habe und den meisten Beobachtungen zustimmen muss.

Generell herrscht eine falsche Einstellung bei Spielern und auch Trainern, und das fängt meist schon auf der lokalen Ebene an. Es wird für die Rangliste gespielt, egal wie schlecht das eigentliche Spiel dann ist. Positionen zählen mehr als eine spielerische Entwicklung. Dann noch die Tatsache, dass für viele Eltern das Endziel ist, ihre Kinder in irgendeinem Kader zu sehen, auch wenn von großen Zielen wie einem Grand Slam Sieg geredet wird. Und so hat man meiner Meinung das heutige deutsche Tennissüppchen, wenn es auch sehr frustrierend ist.

Es müssen neue Weichen gestellt werden, aber wie soll das gehen??

Freundliche Grüße 

Tennis-Neuling

 

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Herzlich willkommen auf der Seite. Allerdings finde ich deine Thesen recht vage. Wie kommst du darauf, dass nur für die Rangliste und weniger für die spielerische Entwicklung gespielt wird? Ich denke eher, die Rangliste spiegelt gerade das spielerische Vermögen wider. Der Wunsch und das Ziel in einen Kader zu kommen, ist doch nur verständlich, denn dies ist schließlich mit entsprechenden Fördermittel verbunden. Das heißt nicht, dass direkt Geld überwiesen wird, sondern eher, dass man von Stützpunkttrainern kostenlos und mit Gleichstarken trainieren kann. Ohne diese Förderung wäre für viele aus finanziellen Gründen bereits in diesem Stadium Schluss. Der Begriff "neue Hoffnungsträger" beinhaltet ja bereits das Wort Hoffnung. Jeder weiß aber, dass der Weg nach oben lange und sehr steinig ist und deshalb nur wenige durchkommen. Inwieweit man Rittner die Schuld zuschieben kann, kann ich nicht ermessen. Doch es ist festzustellen, dass in fast allen Sportarten die Deutschen Gefahr laufen den Anschluss zu verlieren. Ist es denn dann nicht eher ein gesellschaftliches Problem? Leistung auf Spitzenniveau ist eben nicht durch Spaß und Kuschelpädagogik zu erlangen, sondern nur durch harte, kontinuierliche Arbeit. Das ist eben in einer Gesellschaft, in der viel über die Work-Life-Balance gesprochen wird, nicht mehr angesagt. 

 

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Das Ergebnis des DTB / Rittner ist jedenfalls ernüchternd: 2015 schaffte es Laura Siegemund erstmals die Top100 zu knacken. Dann kam jahrelang nichts. Dann schaffte dies (Top100) endlich Niemeier und später auch Korpatsch, wobei dies bekanntermaßen nichts mit dem DTB und seiner Förderung zu tun hatte... 

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Tennis-Fan schrieb:

Doch es ist festzustellen, dass in fast allen Sportarten die Deutschen Gefahr laufen den Anschluss zu verlieren. Ist es denn dann nicht eher ein gesellschaftliches Problem? Leistung auf Spitzenniveau ist eben nicht durch Spaß und Kuschelpädagogik zu erlangen, sondern nur durch harte, kontinuierliche Arbeit. Das ist eben in einer Gesellschaft, in der viel über die Work-Life-Balance gesprochen wird, nicht mehr angesagt. 

Sehe ich auch so, die Bereitschaft sich zu quälen und sein ganzes Leben dem Sport unterzuordnen, wird in D immer weniger.

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Da gebe ich euch recht, die Bilanz ist ernüchternd - was aber nicht die Frage nach der Verantwortung klärt.

 

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Franky schrieb:
Jochen schrieb:

Ich sehe Angelique Kerber in jedem Falle wieder in den Top 100, würde mal sagen, das ist spätestens in Miami in trockenen Tüchern, eher sogar früher.

Tatjana Maria wird, sollte sie das nächste Jahr auch noch komplett durchspielen, so zwischen 50 und 70 pendeln.
Tamara Korpatsch kann bis Ostern nur noch gewinnen. Wenn sie je in ihrer Karriere mal in die Top 50 kommen will, dann muss sie das jetzt in Angriff nehmen. Am Jahresende sehe ich sie eher bei 90-100.
Laura Siegemund wollte mal ursprünglich nach den Australian Open 2023 die Einzelkarriere an den Nagel hängen, heute ist sie deutsche Nummer drei im Einzel und nebenbei noch Deutschlands erfolgreichste Doppelspielerin aller Zeiten. Im Einzel wird sie wohl zwischen 100 und 120 landen.
Anna-Lena Friedsam hat schon seit Jahren das Zeug für die Top 50 oder besser, aber es soll immer aus irgendwelchen Gründen nie sein. Aber in die hinteren Top 100 dürfte sie es schaffen.
Eva Lys wird Ende des nächsten Jahres unter den deutschen Top 5 stehen. Ich rechne mal mit Platz 75+-
Jule Niemeier...von 50 bis 500 alles drin. Wenigstens die Grand Slam-Qualis sollte sie erreichen und wer weiß, vielleicht hat sie mal wieder nen Lauf
Noma Noha Akugue wird es schwer haben, spätestens wenn die Hamburg-Punkte rausfallen. Da sehe ich am Jahresende einen Platz zwischen 200 und 250.
Ella Seidel wird das Jahr in den Top 100 abschließen. Würde mich nicht wundern, wenn das am Ende Platz 65 wird.
Mona Barthel wird dafür belohnt, dass sie sich auch mal nicht für ein W25 zu schade ist. Aber mehr als Platz 120 wird nicht mehr drin sein.

Ansonsten sehe ich in den Top 300 am Jahresende 2024 noch Julia Middendorf, Nastasja Schunk und Carolina Kuhl, die Ranking-Aufsteigerin des Jahres von 1107 auf 464. Nächstes Jahr wird das übrigens Marie Vogt sein.

In meinen Augen mal wieder, wenn es um deutsche Tennisdamen geht, ein viel zu optmistisches Szenario deinerseits. Könnte fast von Rittner stammen. Wink 7 deutsche Spielerinnen in den Top 100 im Jahre 2024? Extrem unwahrscheinlich. Und dass eine dann 36 Jahre alte Spielerin, die man seit 1,5 Jahren nicht mehr hat spielen sehen, SPÄTESTENS im April nach ganzen drei Monaten schon wieder in den Top 100 stehen soll, halte ich auch für eine sehr steile These. Oder hast du ihr Training beobachtet und es hat dich derart beeindruckt??

Lys ist allerdings jetzt schon die deutsche Nummer 5.

Wie erwartet, das wird so schnell nix mehr mit Kerber.

Wenn sie denn wirklich nochmal Lust auf Knochenmühle haben sollte, vielleicht irgendwann nochmal Top 100, aber davon Stand heute auch Lichtjahre entfernt.

Ob Sturm oder Schnee - Super-Angie olé

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